Die ausländischen Direktinvestitionen in China zeigen im ersten Halbjahr 2026 eine weitere Stabilisierungstendenz. Nach Angaben des Handelsministeriums verzeichneten die Zuflüsse im Mai und Juni jeweils ein Jahreswachstum, der Gesamtrückgang hat sich deutlich verringert – ein Zeichen für wachsendes Anlegervertrauen trotz globaler Unsicherheiten.
Den Daten zufolge beliefen sich die tatsächlich genutzten ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in den ersten sechs Monaten auf 402,14 Milliarden Yuan (59,3 Milliarden US-Dollar). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr fiel damit um 10,2 Prozentpunkte geringer aus als im gleichen Zeitraum 2025. Allein im Juni stiegen die Zuflüsse um 15,1 Prozent im Jahresvergleich – das zweite Monatsplus in Folge.
„Die ausländischen Investitionen in China bleiben auf einem stabilen Fundament. Die jüngsten Daten deuten auf einen Stabilisierungs- und Erholungstrend hin“, sagte Meng Huating, Leiterin der Abteilung für Auslandsinvestitionen des Handelsministeriums, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Beijing.
Zhou Mi, leitender Forscher an der Chinesischen Akademie für Internationalen Handel und Wirtschaftliche Zusammenarbeit, führte die positive Entwicklung auf die Widerstandsfähigkeit und die langfristigen Wachstumsaussichten der chinesischen Wirtschaft zurück, ebenso wie auf die anhaltenden Marktöffnungs- und Investitionserleichterungen.
„In einer Welt mit zunehmendem Protektionismus und geopolitischen Spannungen suchen multinationale Unternehmen nach Möglichkeiten, ihre Investitionen in China zu vertiefen, um sich gegen externe Schocks abzusichern“, so Zhou.
Der von der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) im Juli veröffentlichte World Investment Report 2026 stellt fest, dass sich die FDI-Zuflüsse nach drei Jahren der Anpassung trotz eines schwierigen globalen Investitionsumfelds in China zu stabilisieren beginnen. Die Zuflüsse entwickelten sich demnach weg von einer rein mengengetriebenen Expansion hin zu strukturellen Verbesserungen, wobei Kapital zunehmend in High-Tech-Fertigung, wissenschaftlich-technologische Innovation und moderne Dienstleistungen fließe.
Dieser Wandel spiegelt sich auch in den chinesischen Daten wider: Die FDI in Hightech-Branchen stiegen im ersten Halbjahr um 33,2 Prozent im Jahresvergleich und erhöhten ihren Anteil an den Gesamtzugängen auf einen Rekordwert von 42,4 Prozent.
„Die Zahlen zeigen, dass sich die FDI-Struktur in China stetig in Richtung höherer Wertschöpfung bewegt, während ausländische Investoren weiterhin optimistisch in Bezug auf den chinesischen Markt sind“, sagte Vize-Handelsminister Yan Dong auf der Pressekonferenz. „Fast 4.800 ausländisch finanzierte Unternehmen haben ihre Investitionen in China in der ersten Jahreshälfte ausgeweitet.“
Zu den multinationalen Konzernen, die ihre Präsenz in China ausbauen, gehört auch der US-amerikanische Sportbekleidungshersteller Skechers. Das Unternehmen hat mehr als 4,2 Milliarden Yuan (618,3 Millionen US-Dollar) in ein Logistikzentrum in Taicang in der Provinz Jiangsu investiert und baut zugleich sein Forschungs- und Live-Streaming-Zentrum in der Provinz Guangdong aus.
Skechers ist nicht allein bei der Nutzung des chinesischen Innovationsökosystems. Joe Bao, Präsident von Kone China, erklärte, China sei nicht nur ein wichtiger Markt für den finnischen Aufzughersteller, sondern auch ein entscheidender Teil seines globalen Fertigungs- und Innovationsnetzwerks.