Als Chinas Fenster nach außen intensiviert die Stadt Shanghai ihre Bemühungen, sich als die erste Station für Einreisetouristen in China zu positionieren.
Eine Untersuchung des Stadtkomitees der Politischen Konsultativkonferenz zeigt, dass die drei All-in-One-Dienstleistungsplattformen an den Flughäfen Pudong und Hongqiao seit ihrer Einführung im September des vergangenen Jahres bereits 85.000 schriftliche Anerkennungen erhalten haben. Diese Einrichtungen gelten inzwischen als Modell für Flughäfen im ganzen Land.
Shanghais Errungenschaften zeigen sich auch durch ein klares Signal: Bis zum 10. August wurden insgesamt 525.000 ausländische Einreisende an den beiden Flughäfen abgefertigt, was einem Zuwachs von 37,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Statistiken der Shanghaier Flughafengesellschaft zufolge gilt Shanghai als das wichtigste Luftfahrtdrehkreuz des Landes, wobei der Flughafen Pudong die meisten ausländischen Einreisenden unter allen chinesischen Flughäfen verzeichnet.
Für Shanghai geht es jedoch nicht nur um quantitative Spitzenwerte, sondern auch um die qualitative Verbesserung der Reiseerlebnisse der ausländischen Besucher. Einige Mitglieder des Stadtkomitees der Politischen Konsultativkonferenz betonten, dass die Regierungsbehörden und die Marktteilnehmer zusammenarbeiten müssen, um die ausländischen Besucher von ihrer Ankunft an zu begeistern.
„Notwendig ist ein benutzerorientierter Ansatz, der auch Details konsequent berücksichtigt“, sagten die Mitglieder.
Die Französin Clarisse Le Guernic, die seit fünf Jahren in Shanghai im Kultur- und Tourismussektor tätig ist, wies in einer früheren Befragung darauf hin, dass viele ausländische Benutzer von der Informationsflut auf den chinesischen Websites und Apps überfordert seien.
„Viele wichtige Inhalte sind in Untermenüs versteckt und sehr schwierig herauszufinden“, sagte sie. Als Reaktion darauf schlugen die zuständigen Behörden vor, künftig wichtige Inhalte auf der Startseite übersichtlicher darzustellen.
„Ohne eine benutzerorientierte Perspektive übersieht man leicht solche Details“, sagte ein Beamter der zuständigen Behörde. „Einige kulturelle Einrichtungen bieten z. B. zwar englischsprachige Websites, doch der Button zum Sprachwechsel ist nur auf Chinesisch beschriftet. Deshalb ist es wichtig, systematisch die Feedbacks und Vorschläge von ausländischen Benutzern einzuholen und diese Probleme so schnell wie möglich zu lösen.“
Nach der Ansicht der Mitglieder sei die Big Data auch wichtig für den Aufbau eines benutzerorientierten Systems. Mit Hilfe von Big Data können die konkreten Profile von verschiedenen Benutzergruppen analysiert werden.
So könne man ausländischen Touristen vermehrt Nischenangebote unterbreiten, etwa im Bereich Senioren- oder Bildungstourismus. Ausländische Studierende sollten nicht nur traditionelle Kultur, sondern auch neueste technologische Errungenschaften kennenlernen, um ihr Verständnis für China zu vertiefen.